// Produktion

In einem kleinen Reagenzglas werden auf einem "Agar-Nährboden" einzelne Hefekulturen gelagert. Soll nun die industrielle Produktion beginnen, werden diese Hefekulturen vermehrt, in dem sie eine Nährlösung überführt werden.

Nach einer bestimmten Bebrütungszeit unter geeigneten Bedingungen wird die entstandene Hefemenge in einem größeren Vermehrungsgefäß mit etwa 30 l Fassungsvermögen weiter gezüchtet. Damit ist die Laborreinzucht abgeschlossen.

Die weiteren Schritte erfolgen in der Produktion. Diese wird durch hochmoderne EDV gesteuert und kontrolliert. Laufend werden hier Proben sowohl in internen wie auch von externen Labors auf die Qualität überprüft.

In allen Produktionsstufen benötigt die Hefe Sauerstoff und Kohlenstoff zur Vermehrung. Als Kohlenstoff-Quelle dient Melasse, ein Restprodukt der Zucker-produktion. Der Sauerstoff wird mit Hilfe von starken Gebläsen über Hochleistungsbelüfter in die Fermenter geblasen. Nach der Vermehrung muss die Hefe von ihrem Nährmedium - der Melasse - getrennt werden. Dies geschieht in den Zentrifugen, welche die unterschiedlichen Gewichte von Hefe, Wasser und Melasse ausnutzen.

Die Hefe wird in einer ersten Stufe vom Nährmedium getrennt und anschließend in 2 Stufen mit Wasser gewaschen.

Die separierte Flüssighefe wird in Tanks vor der Verpackung zwischengelagert. Allerdings kann die Flüssighefe auch direkt ausgeliefert werden, soweit ein ausreichend großer Verbrauch bei den einzelnen Kunden vorhanden ist.

An den sogenannten Vakuum-Rotations-Filtern wird nun die Hefe vom Wasser getrennt. Dazu wird der Hefe mittels Vakuums etwa 70 % des Wassers entzogen. Die restlichen 30 % Wasser sind in der Hefezelle; nur ein kleiner Rest des Wassers ist außerhalb.

Von diesen Vakuum-Rotationsfiltern wird die feste Hefe durch ein Messer abgetrennt. Nach dem Filter wird die Hefe in den verschiedenen Verpackungsformen abgepackt.

Eine vollautomatische Verpackungsanlage verpackt die Hefe und kontrolliert das Gewicht eines jeden Kartons.

Nachdem die Hefe in einem Hochleistungskühlregal auf eine Temperatur von 2°C heruntergekühlt ist, wird sie von Robotern automatisch abgestapelt und im Kühlhaus eingelagert. Die Beutelhefe, auch Granulathefe genannt, wird in loser Form in Säcken à 25 kg verpackt.

Für Handwerksbetriebe wird die Hefe in einen 10 kg Karton mit 2,5 kg Stangen verpackt. In der Stange ist die Hefe bereits in handliche 500 g Stücke geschnitten. Mit der Produktion dieser Hefe wurde vor 8 Tagen im Labor begonnen. Insgesamt hat die Hefe sich 7 Vermehrungsstufen vermehrt. Unsere Haushaltshefe wird in 42 g Würfel portioniert und in verkaufsfördernden Displaykartons mit 24 Würfeln verpackt.